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Böcke

  • Buch

    Carlos L. Vogt

    Genre

    Kriminalkomödie

    Spielzeit

    90 Minuten

    Sprache

    Deutsch

    Hauptdarsteller

    ein Rasseziegenbock

  • Tara Heise, eine afro-deutsche Künstlerin Ende 30, kämpft in Berlin mit den alltäglichen Demütigungen des Rassismus – bei der Wohnungssuche, im Kulturbetrieb, im Straßenbild. Ihre Kunst, Installationen zu Identität und Verdrängung, findet kaum Beachtung. Als ihre letzte Verwandte stirbt, erbt sie einen heruntergekommenen Bauernhof in Pomerode, einer Region in Südbrasilien, die im 19. Jahrhundert von deutschen Einwanderern geprägt wurde und bis heute ein nostalgisch gereinigtes „Deutschtum“ zelebriert.

    Für Tara ist der Hof die ersehnte Flucht vor den deutschen Verhältnissen. Doch die Ankunft in der Fachwerk-Idylle wird zum Schock: Die weiße, konservative Dorfgemeinschaft hat kein Interesse an einer schwarzen Deutschen, die ihr homogenes Weltbild stört. Für die Einheimischen ist sie zwar „die Deutsche“ – aber nicht die richtige. Der alltägliche Rassismus, den sie in Berlin kannte, begegnet ihr hier in neuer, absurder Form.

    Tara gerät zwischen alle Fronten: Der lokale Patriach, ein deutschstämmiger Großbauer, sieht in ihr eine Bedrohung seiner Autorität und will sie vergraulen. Ihr brasilianischer Cousin hingegen hofft auf die reiche Erbin aus Europa und plant, den Hof für den illegalen Anbau von Marihuana zu nutzen. Als Tara sich weigert, wird die scheinbare Idylle zum Alptraum. Sie erkennt, dass der Drogenanbau in Brasilien kein Kavaliersdelikt ist, sondern sie in einen von Rassismus und Korruption geprägten Krieg verwickelt – und dass die Muster der Ausgrenzung, vor denen sie floh, hier in grotesker Form wiederkehren.

    Im Zentrum des Konflikts steht ausgerechnet ein wertvoller Ziegenbock namens Wotan – Symbol eines verklärten Deutschtums und zugleich Zankapfel zwischen den Fronten. Als Tara begreift, dass sie sich nicht zwischen den Welten entscheiden muss, sondern ihre eigene definieren kann, beginnt sie, den Hof auf ihre Weise zu bewirtschaften – und stellt sich dem Kampf um ihre Identität, ihr Erbe und ihr Leben.

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