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Die letzte Adresse
des Eça de Queiroz

  • Drehbuchautor

    Carsten Vogt

    Buch

    Eine freie Adaptation des Romans "Die letzte Adresse des Eça de Queiroz"  von Miguel Sanches Neto 

    Produzenten

    . Homero Camargo - Cooperativa de Cinama & Mídias

    . Paloma Vogt - Graciosa Pictures UG

    . Carsten Vogt - Graciosa Pictures UG

    Genre

    Drama / Komödie

    Spielfilm - 120 / 140 Minuten

    Sprache

    Portugiesisch

    Protagonist

    Rodrigo

  • DIE LETZTE ADRESSE DES EÇA DE QUEIROZ ist eine tragikomische, surreal gefärbte Geschichte

    über die Suche nach künstlerischer Identität, Anerkennung und Authentizität zwischen Realität und

    Fiktion.

    Im Zentrum steht Rodrigo, ein Mittzwanziger aus Curitiba, der von einer Karriere als Schriftsteller

    träumt, jedoch an unerkanntem ADHS leidet. Sein Leben ist geprägt von innerem Chaos,

    Impulsivität und einer lähmenden Schreibblockade. Während sein bodenständiger Vater Zé wenig

    Verständnis für seine Ambitionen aufbringt, unterstützt seine Mutter Maria ihn finanziell und

    emotional – und stabilisiert damit ungewollt seine Verantwortungslosigkeit. Rodrigos einzige

    konstante Beziehung ist die zu Fátima, einer Sexarbeiterin, die im Gegensatz zu ihm zielstrebig an

    ihrer Zukunft arbeitet.

    Als eine indigene Medizinfrau Rodrigo prophezeit, ein Adler werde ihm den Weg weisen, beginnt eine

    Kette absurder Ereignisse. Nach einem Unfall begegnet Rodrigo dem exzentrischen

    Literaturprofessor Adriano, der ihm drei zynische Regeln für literarischen Erfolg predigt und ihn

    auffordert, nach Portugal zu reisen – in die Fußstapfen großer Autoren wie Eça de Queiroz. Rodrigo

    deutet dies als Legitimation für sein Scheitern und erschleicht sich mithilfe eines fingierten

    Stipendiums Geld von seinen Eltern und Fátima, um nach Lissabon zu reisen.

    Bereits auf dem Flug beginnt Rodrigo, Realität und Fiktion zu vermischen, indem er seiner

    Sitznachbarin eine grausame, erfundene Geschichte über den Tod seiner Eltern erzählt. In Lissabon

    quartiert er sich in einer ehemaligen Wohnung José Saramagos ein und begegnet der jungen

    Bloggerin Meritxel, die er rasch zu seiner Muse stilisiert. Als sie plötzlich verschwindet, stürzt Rodrigo

    in eine fiebrige Suche durch die Stadt, in der ihm immer wieder Vogelerscheinungen als Vorboten

    des Unheils begegnen.

    Er gerät in das Umfeld des Buchbinders Napoleão, dessen familiäre Konstellation seine

    Orientierung weiter destabilisiert. Dessen Tochter Alice, die Meritxel verblüffend ähnelt, führt

    Rodrigo in eine evangelikale Gemeinde, wo seine früheren Lügen öffentlich eskalieren. Als die

    Wahrheit schließlich ans Licht kommt, bricht Rodrigos Kartenhaus zusammen, und er flieht

    überstürzt nach Porto.

    Dort verliert Rodrigo endgültig die Kontrolle: beraubt, verfolgt und zunehmend halluzinierend folgt er

    schließlich dem prophezeiten Adler zu einer abgelegenen Villa, wo ihm seine Familie und der längst

    verstorbene Eça de Queiroz erscheinen – nur um in einer grotesken Wendung Opfer einer surrealen

    Vision zu werden.

    Am Ende entpuppt sich diese Episode als das literarische Werk Rodrigos selbst. Zurück in Curitiba

    liest Fátima sein Manuskript: ein gescheiterter, aber ehrlicher Versuch, aus dem Chaos Bedeutung

    zu formen. Ob daraus ein Buch wird, bleibt offen – doch Rodrigo hat erstmals wirklich geschrieben.

Ein brasilianischer Möchtegern-Schriftsteller mit ADHS flicht sich auf der Suche nach Inspiration und Anerkennung in ein Netz aus Lügen, das ihn auf eine wilde, surrealistische Odyssee durch Portugal führt, wo er in einem Strudel aus literarischen Phantastereien, sexuellen Abenteuern und kulturellen Missverständnissen seiner wahren, komplizierten Identität begegnet.

Rodrigos Reise ist exemplarisch für das Scheitern derjenigen, die einer Illusion nachjagen.
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